Die Münchener Enkaustiker - Gilde

 

1935 bildete sich unter
Max Doerner (1870 - 1939) die
Münchner Encausticer - Gilde

 

Die Enkaustik Gilde

Um 1935 wurde die Enkaustikgilde gegründet, eine Vereinigung von Malern, die nach dem patentierten Verfahren des Stadtkurators Dr. Hans Schmids aus München enkaustisch arbeiteten. Initiator dazu war Max Doerner. Dieser Gilde gehörten etwa 30 Maler aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz an.
Bedeutende inzwischen verstorbene Mitglieder waren u. a. Fritz Klein aus Stuttgart sowie Hermann Urban aus München. Schon hier wurden neuzeitliche Malweisen entwickelt und die Enkaustik Kunst wiederbelebt.

Es bildete sich sogar eine Kleinindustrie in München, welche Wachsfarben in Stiftform, Zylinderform und Tablettenform herstellte. Es wurden auch elektrische Handwerkszeuge
hergestellt. Der grösste Anbieter war die Firma E. Sticher & Co. München. Sie lieferte gleich Enkaustik Wachsfarben und Elektrogeräte. Durch den 2. Weltkrieg verschwand diese Enkaustikbewegung leider wieder.  

 

Die Enkaustik Malerei wurde mit Hilfe der Elektrizität wesentlich erleichtert.
Während der altertümliche Künstler umständlich sein Wachs über glühender Kohle oder Kohlebecken flüssig machte, benutzte der Künstler nunmehr eigens dafür konstruierte elektrische Geräte (siehe Seite Antikes Werkzeug).

Encaustic Academie

Encaustic Academie

Malanleitung zu den Gerätschaften:
Wärmte man seine Malfläche gleichmässig von vorne oder hinten an oder durchstrahlt man sie von hinten infrarot, so konnte man mit dem Pinsel von der Palette aus dünn und flüssig malen.
Bei dicken Wänden, die gut durchheizt sein wollten, griff man zur Lötlampe. Die Anwendung mit dieser erforderte stets ein besonderes Fingerspitzengefühl, denn zu intensives Erwärmen verwandelte den kohlensauren Kalk der oberen Wandschicht (Malgrund) zu Brandkalk, der die Farbe wieder absprengen konnte. Auch die Farben konnten sich bei Überhitzung verändern.
Handstrahler und Lötlampe wurden während des Malens dauernd gebraucht, zunächst dann, wenn der Wand eine erste Farbschicht eingeschmolzen wurde, die mit quergefassten Farbstiften in Pastellmanier aufgetragen wurden.
Das eigentliche Malen geschah mit Borstenpinseln, besonderen Löffeln und Spachteln.
Die Pinsel wurden zwar sofort hart, sobald sie nicht mehr erwärmt wurden, doch in dem Moment in dem man sie erneut im Wachs erwärmte wurden Sie wieder weich und geschmeidig und man konnte die Wachsfarbe einfach auftragen. Auf einer elektrisch beheizten Malpalette mit napfartigen Vertiefungen wurde die Farbe flüssig gehalten. In diesem Zustand war die flüssige Wachsfarbe ohne weiteres vermalbar.
Zuletzt ging der Künstler mit dem Handstrahler über das Gemälde und brannte es so ein. Das fertige Bild zeigte auf seiner Oberfläche ein mattes Leuchten, das durch Bürsten und Nachreiben mit einem Tuch zu seidigem Glanz gesteigert werden konnte.

 

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